Was wir genossen haben...
Wir haben in Melbourne einige Zeit in Museen, an historische
Stätten und in Parks verbracht. Wir haben aber auch das urbane Leben sonst genossen. Besonders angetan waren wir von der Atmosphäre, den vielen kleinen Läden, den
Cafés, den Wandmalereien, den abendlichen Pub-Besuchen in Fitzroy. Wir haben manchmal gedacht, hier könnten wir dauerhaft leben. Dieser Stadtteil Melbournes hat uns sehr gefallen, wie auf unserer vorigen Australien-Reise Freemantle in Westaustralien, wo wir uns auch vorstellen können, zu leben.
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Fitzroy / Brunswick Street - die Atmosphäre lässt sich schlecht im Bild einfangen |
Highlights waren auch die Besuche des seit 1878 bestehenden
„Queen
Viktoria Markets“ am Rande der Innenstadt mit seinen vielen überdachten „stalls“
(Ständen). Hier wird schier alles angeboten, von Souvenirs, Kleidung, Schmuck
bis hin zu Nahrungsmittel…Bei den Fisch- und Fleischständen, aber auch bei
manchen Obst- und Gemüseanbietern, lief
uns das Wasser im Munde zusammen, ob der Qualität und Vielfalt. Wir werden es
nicht vergessen, wie unser Gastgeber Don uns früh morgens zum Markt mitnahm,
dort an „seinen“ Ständen Obst, Gemüse, Fleisch, Käse einkaufte – den Bedarf der
Woche. Zum Abschluss aßen wir „Bratwurst mit Sauerkraut“, die es an einer Ecke
gibt - köstlich!
Ein Erlebnis war auch der abendliche Bummel am südlichen Yarra
River, auf der „South Bank Promenade“, von der Princess
Bridge aus. Tausende von Menschen bummeln bei schönem Wetter dort, genießen die
Darbietungen von Straßenkünstlern, Live-Musik, sitzen in Restaurants und Cafés,
werfen einen Blick in den riesigen Crown
Casino und Entertainment Complex
mit der Spielbank. Auf dem Fluss fahren Boote auf und ab, die Dunkelheit kommt,
und die Lichter der Hochhäuser flammen auf, unter ihnen der Eureka Tower, mit 297 m der höchste Wolkenkratzer Melbournes. Ab 9.00 Uhr
schlagen plötzlich aus zwei unscheinbaren Türmen haushohe Flammen, das Feuer,
von vielen erwartet und am besten von den Brücken aus zu sehen.
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Blick von der Princess Bridge auf beide Uferseiten |
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Blick von der Uferpromenade auf die Lichter der Hochhäuser |
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Das Feuer wird entzündet |
Es wäre auf vieles hinzuweisen, was es zu genießen und zu besichtigen
gibt. Natürlich haben wir einige Runden am
Federation
Square gedreht, diesem urbanen Mittelpunkt Melbournes, mit seinem Gegensatz
von alter viktorianischer Architektur (Flinder´s Station/ St. Patrick´s
Kathedrale) und modernster Bauweise. Der Kulturkomplex mit dem Atrium, dem Ian
Potter Centre und anderen Einrichtungen, und das Visitor Centre bilden mit
ihren Dreieckselementen aus Glas, Zink und Sandstein ein faszinierendes Kaleidoskop - vor allem im Inneren.
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Blick auf Eureka Tower und Flinders Station |
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Auf der anderen Straßenseite liegt der Federation Square |
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Jan Potter Centre |
Von
den Angeboten hier und den umliegenden „Locations“ haben wir nur einiges
genossen: auf dem belebten, mit Steinen aus den Kimberleys bedeckten und
tribünenartig erhobenen Vorplatz des Fremdenverkehrsbüros (in dem man übrigens
sehr viele Informationen über Melbourne und Umgebung erhalten kann) die
Straßenartisten, die
Ruhe im schönen Innenraum der St.
Pauls Kathedrale, den
„Kulturspaziergang“
im wie ein Kristallpalast wirkenden Atrium und dem besucherfreundlichen Jan Potter Centre und
schließlich die
Sonne und Aussicht in
einem der "hippen" Freiluft-Restaurants am Flussufer.
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Eingang ins "Atrium" |
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In der St.Pauls Kathedrale |
Im
Ian Potter Centre,
einem Teil der
„National Gallery ofViktoria“, lernten wir australische Kunst kennen, von indigenen Künstlern
über die „Heidelberger Schule“ bis zur Pop-Art. Am anderen Ufer des Flusses
befindet sich die zweite Abteilung der National-Galerie mit internationaler
Kunst. Das Gebäude ist in einen großen Kulturkomplex („Victorian Arts Centre“),
integriert, der Konzertsaal, Theater, Oper und anderes umfasst. Überragt wird
das Arts Centre von einer schlanken, nachts beleuchteten Stahlspitze von 163 m
Höhe. In dieser Abteilung des NGV gibt es bedeutende Werke europäischer Meister
zu sehen, alter und neuer, aber bis auf einige sehr witzige
zeitgenössische Arrangement hat uns das
nicht so sehr interessiert, das kennen wir ja von den europäischen Museen.
Hingegen die viel besuchte Spezialausstellung des Modedesigners Jean Paul Gaultier
– da haben wir viel Zeit verbracht und seine extravaganten Modeentwürfe
betrachtet – ein Zeitzeugnis!
Und zuletzt - "Indigenous People"
Abschließend zu unseren Melbourne-Erlebnissen möchte ich
noch auf die„Bunjilaka-Ausstellung“ der „First Peoples“ Melbournes im
„Melbourne Museum“ eingehen, dessen
moderner, architektonisch avantgardistischer Bau sich neben dem Royal
Exhibition Building befindet und 2000 eröffnet wurde. Der Vorplatz ist übrigens neben dem Federation Square ein weiterer Treffpunkt in Melbourne, an dem man bisweilen bizarre Gestalten beobachten kann.
Das Museum besitzt eine
reichhaltige Sammlung zur Stadtgeschichte Melbournes und zur
Evolutionsgeschichte des Raumes. Sogar ein überdachter Regenwald kann begangen
werden. Und besonders für Kinder dürfte der Raum interessant sein, der nahezu die gesamte Säugetierwelt aller Erdteile zeigt - präpariert natürlich.
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Säugetiere der Welt |
In Melbourne und anderswo in Australien wird ja immer wieder
auf das Erbe der „Indigenous People" verwiesen. Das steht für uns im starken
Gegensatz zu deren meist elender faktischer Lage - wie wir sie in Australien beobachtet haben. Im Straßenbild Melbournes konnten wir nur selten Menschen als Aborigines identifizieren - im Gegensatz zu Sidney, Perth oder Brisbane. Selbst in Fitzroy trifft man nur wenige Aborigines, obwohl es dort einmal eine starke Aboriginal Community gab und der Ort für die Aborigines ein Synomym für Melbourne war. Es gibt sie aber natürlich, auch wenn sie heute verstreut über die Suburbs leben und teilweise gar nicht auffallen. Insgesamt sollen über 15 000 Menschen mit Aboriginal -Abstammung im Melbourner Raum leben.
In der von Aborigines, den Koories, selbst gestalteten Abteilung des Museums erhält man einen umfassenden Einblick
in das Leben, die Kultur, Sprache,
Mythologie, Kunst der Stämme, die um Melbourne lebten, bis hin zu Aussagen
heutiger Aborigines. Zum Beispiel gibt es eine Bildersammlung, in der sie ihre
Sicht der europäischen Besiedlung Melbournes gemalt haben - Bilder davon habe ich schon gezeigt ( in Post 10). Man findet einen leeren Versammlungsraum (Melbourne war der Meeting Place verschiedener Stämme!), einen Felsengarten mit den von ihnen verwendeten Pflanzen…Eindrücklich war für uns das künstlerische Arrangement eines symbolhaften leeren Korbes, angestrahlt
in einem sonst leeren, dunklen Raum. Aboriginal-Kinder wurden von ihren Müttern
in einem Korb getragen. Der leere Korb symbolisiert die „Stolen Generation“,
die Kinder, die ihnen weggenommen wurden, um in Missionsschulen und weißen
Familien europäisch erzogen zu werden, meistens für untergeordnete Dienste.
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Indigenous Garden - verlassen |
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Verwaister Versammlungsplatz
Indigene Handwerkskunst
Leere Körbe
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